schnell raus
Online-Beratung
Profil Jugendlicher, die Becher in Händen hält, sieht nachdenklich aus.

Sexualisierte Gewalt

Viele Mädchen und junge Frauen mit Behinderung oder chronischer Erkrankung erleben sexualisierte Gewalt.

Dir werden komische Blicke zugeworfen, bei denen du dich total unwohl fühlst oder du erlebst andere ‚blöde Anmachen‘, bei denen du nicht weißt, wie du darauf reagieren sollst.

Möglicherweise kennst du Situationen, in denen dich jemand wie ‚zufällig‘ berührt, du hast jedoch ein komisches Gefühl dabei, bist verunsichert, es ist dir unangenehm.

Vielleicht fühlst du dich anfangs geschmeichelt, weil du Komplimente bekommst. Doch irgendwann wird der Typ zudringlich, du merkst, dass dir das alles zu viel wird, dass er von dir Dinge verlangt, die du nicht willst. Du bist ganz durcheinander, möglicherweise zweifelst du sogar an deiner eigenen Wahrnehmung. Es ist eine Person, der deine Gefühle und Grenzen in diesem Moment ziemlich egal sind!

Die meisten Mädchen und jungen Frauen, die sexualisierte Gewalt erleben, kennen den Täter. Meistens sind es Männer oder ältere Jungs – aber manchmal sind es auch Frauen oder andere Mädchen. Es kann z.B. ein Bekannter, Nachbar, Betreuer, Fahrer, jemand aus deiner Familie oder auch ‚dein Freund‘ sein, der über deine Grenzen geht und dich verletzt.

Beispiele für sexualisierte Gewalt:

anzügliche Blicke, sexualisierte Bemerkungen, ungewolltes Ausziehen, gezwungen werden, eine Person (intim) zu berühren, ungewolltes Küssen, Grabschen,  erzwungener Sex, beim Umziehen beobachtet zu werden, gezwungen werden, Nacktbilder anzusehen


Möglicherweise sagt die Person, die dir Gewalt antut, dass du froh sein sollst, dass sie sich um dich kümmert. Vielleicht versucht sie dir auch einzureden, dass du aufgrund deiner Behinderung oder chronischen Erkrankung sogar dankbar sein sollst, dass dich jemand berührt.

Meistens haben sich die Täter im Vorfeld alles genau überlegt und gehen geplant vor. Sie sorgen beispielsweise dafür, dass sie mit dir allein sind.

Durch dein Leben mit einer Behinderung oder einer Erkrankung kennst du verschiedene Pflege-, Untersuchungs-, Therapie-, Betreuungs-, Fahr- oder Begleitsituationen. Mittlerweile ist bekannt, dass es immer wieder auch in solchen Situationen zu Übergriffen kommen kann.

Vielleicht hast du schon mal erlebt, dass du z.B. während Therapien an intimen oder anderen Körperstellen unangenehm angefasst wurdest. Wenn du dabei ein blödes Gefühl hattest, ist es wichtig, dass du mit einer Person, der du vertraust, darüber sprichst. Manchmal werden sexuelle Übergriffe auch als ‚medizinische Behandlung‘ getarnt.

Wenn du sexualisierte Gewalt erlebt hast, kann es sein, dass es dir ganz schön schwer fällt, mit jemandem darüber zu sprechen. Möglicherweise wirst du auch unter Druck gesetzt, das Erlebte nicht zu erzählen. Vielleicht wirst du erpresst und dir wird gedroht zu erzählen, dass du es doch wolltest.

Das sind ganz üble und gemeine Versuche, dich einzuschüchtern! Der Täter nutzt dann deine verzweifelte Lage total aus!

Wenn du solche Situationen kennst, in denen du ein NEIN-Gefühl hast und dir Gewalt angetan wird, brauchst du Hilfe und Unterstützung: Viele Mädchen, die sexuellen Übergriffen ausgesetzt sind, fühlen sich immer hoffnungsloser und verzweifelter, je länger die Gewalt andauert.

Du hast ein Recht darauf, ohne Gewalt zu leben und du hast ein Recht darauf, dass du dabei unterstützt wirst, dass die Gewalt beendet wird.

Niemand darf dir Gewalt antun!

Du musst nicht alles alleine schaffen!

Wende dich an eine Person, der du vertraust, an eine Beratungsstelle in deiner Nähe oder melde dich online oder telefonisch bei uns – wir unterstützen dich!

Mehr Infos zum Thema findest du auch auf unserer Linkliste.